English |Kontakt |Sitemap |Print Version |Text Version

Home of Computer Science Home of OVGU Home


Ein Qualitätsbericht als Werkzeug des Qualitätsmanagements für Web Services

Veröffentlicht:
16.09.2009

Motivation

Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Produkts ist eine Differenzierung von der Konkurrenz notwendig. Diese Abgrenzung kann über den Preis, den Markteintrittszeitpunkt und über die Qualität erreicht werden. Um die Qualität von Produkten differenzieren zu können, sind einzelne relevante Produktmerkmale abzugrenzen, ihre Ausprägungen zu bestimmen, diese zu bewerten und in Relation zur Bewertung der Merkmale anderer Produkte zu setzen. Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Produktes finden in vielen Bereichen des Qualitätsmanagements bspw. in der Qualitätsprüfung Anwendung. Weil allgemeine Definitionen der Softwarequalität für die praktische Bestimmung nicht ausreichend sind, werden dabei Qualitätsmodelle zur ihrer Beschreibung genutzt.

Web Services sind Softwaresysteme, die eine Maschine-Maschine-Interaktion über ein Netzwerk unterstützen. Sie finden meist als Bausteine in verschiedenen Softwarearchitekturen, vor allem in Serviceorientierten Architekturen (SOA) Verwendung. Sie durchlaufen einen Lebenszyklus.

Eine im Zuge des Qualitätsmanagements notwendige Bestimmung der Qualität eines Web Service, der beispielsweise in einer Software, die nach dem SOA Paradigma konstruiert ist, zum Einsatz kommt, benötigt geeignete Verfahren und entsprechende Qualitätsmodelle. Genau daran besteht jedoch bisher ein Mangel und somit Forschungsbedarf.

Zielstellung

Um dem Mangel zu begegnen, ist ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe die Qualität eines Web Services unter Berücksichtigung von dessen Anspruchsgruppen über den Lebenszyklus bestimmt werden kann. Denkbar wäre hier ein Bericht, in dem neben allen relevanten Sichten und allen Einflüssen auf die Qualität auch alle Phasen des Lebenszyklus eines Web Services Beachtung finden. Dabei wäre durch eine vollständige Berücksichtigung aller Qualitätsmerkmale, inklusive der schwer oder nicht bestimmbaren, die Beachtung aller Einflüsse gegeben.


Im Zuge der Forschungen wurde eine große Menge an Gemeinsamkeiten zwischen dem Umweltmanagement und dem Qualitätsmanagement identifiziert. Diese Gemeinsamkeiten betreffen z. B. Grundsätze, bestimmte Herangehensweisen und die Terminologie. Die Ökobilanzierung als Teil des Umweltmanagements stellt Umweltaspekte und -wirkungen im Verlauf des Lebens eines Produktes dar. Da die Ökobilanzierung lebenszyklus- und anspruchsgruppenorientiert ist, alle relevanten und damit auch nicht-determinierbare Merkmale Beachtung finden und die aufgeführten Gemeinsamkeiten zum Qualitätsmanagement bestehen, scheint eine Adaption des Verfahrens auf das Qualitätsmanagement von Software vielversprechend. Diese Anpassung ist folglich ein Ansatz zur Entwicklung des Verfahrens.


Neben der Ökobilanzierung zeigten sich auch bei der eng daran angelehnten Nachhaltigkeitsberichtserstattung viele Parallelen. Aufgrund der Überschneidungen mit der Ökobilanzierung und dem Qualitätsmanagement erscheint auch eine Untersuchung der Nachhaltigkeitsberichtserstattung als sinnvoll. Es gilt zu klären, inwieweit die Methode weitere Inputs für das zu entwickelnde Verfahren liefern kann.

 

Folgende zwei Forschungsfragen sollen beantwortet werden:

  • Können die Prinzipien und Verfahren der Ökobilanzierung und der Nachhaltigkeitsberichtserstattung für das Qualitätsmanagement von Web Services adaptiert werden?
  • Stellt ein auf diesen Erkenntnissen basierender Qualitätsbericht ein taugliches Werkzeug des Qualitätsmanagements dar?

Prof. Dr. Möslein
(Uni Nürnberg-Erlangen)

Prof. Dr. Schwabe
(Uni Zürich)

Dr. Orestis Terzidis
(SAP Research)

Heino Schrader
(SAP University Alliances)