Service-orientierte Architekturen (SOA) bieten vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung und Verknüpfung von Webservices zur Erstellung komplexer Anwendungen. In der aktuell vorherrschenden Vorgehensweise wählen (menschliche) Prozessdesigner geeignete Webservices (WS) aus und orchestrieren sie, üblicherweise für eine längerfristige Nutzungsdauer. Um eine größere Flexibilität zu erreichen, d. h. eine schnelle und einfache Anpassung der zusammengesetzten Anwendung an geänderte Anforderungen, und für gelegentliche Ad-hoc-Anfragen gibt es verschiedene Ansätze, diese Aufgabe autonomen, ggf. mobilen, Softwareagenten zu übertragen. Im Konzept des Personal Information Guide (PIG) senden die Benutzer Anfragen an einen PIG Server, auf dem ihre persönlichen Agenten in ihrem Auftrag Informationen oder Dienstleistungen von Dienstagenten einholen.
Die PIG-Agenten haben verschiedene Kommunikationsmittel zur Abstimmung untereinander, wie z. B. Agent Communication Languages (ACL), und zur Erfüllung ihrer Aufgaben, wie z. B. WSDL und SOAP. Ihnen fehlen jedoch Entscheidungsmechanismen, insbesondere zur Auswahl des „richtigen“ Kommunikationspartners und zur Ermittlung, welche Antwort eines Webservice am Besten zu den Präferenzen ihrer Auftraggeber passt.
Ziel des Dissertationsvorhabens ist die Entwicklung eines mulitkriteriellen Entscheidungsmodells, das von autonomen Agenten genutzt werden soll zur Bewertung und Auswahl von Webservices, basierend auf einem Präferenzprofil, um dynamisch komplexe Dienste zusammenzustellen.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden gebräuchliche multikriterielle Entscheidungsmodelle auf ihre Anwendbarkeit im oben genannten Kontext hin untersucht, d. h. ihre Tauglichkeit zur Implementierung durch autonome Agenten sowie ihre Eignung zum Vergleich von Webservice-Beschreibungen und -Ergebnissen mit benutzerspezifischen Präferenzen. Basierend auf dieser Untersuchung wird ein Modell entwickelt, das die Anforderungen dieses Anwendungsgebiets erfüllt.
Die um das entwickelte Entscheidungsmodell angereicherten Agenten bieten die Möglichkeit, (zumindest teilweise) automatisch anpassbare komplexe Dienste zusammenzustellen. Damit können sie dazu beitragen, den Aufwand bei der Entwicklung und Anpassung von VLBA zu verringern. Im Rahmen einer Enterprise Services Architecture (ESA) eingesetzt, können diese Agenten eigenständig zusätzliche notwendige Funktionalitäten von externen Web- oder Enterprise Services integrieren, die sie auf Basis unterschiedlicher Kriterien, wie z. B. Reputation des WS-Providers, auswählen.




