Der Betrieb von Rechenzentren wird heutzutage oft ereignisgetrieben durchgeführt. Als Reaktion auf neue Kundenbedarfe werden weitere Hardwaresysteme in das Rechenzentrum integriert. Auch wenn die Beschaffungskosten für zusätzliche Hardware von den Betreibern der Rechenzentren meist als unkritisch betrachtet werden, führt der Ausbau der Informationsinfrastruktur zu einem erhöhten Administrations-, Wartungs- und damit auch Personalaufwand. Aufgrund der baulichen Anforderungen an ein Rechenzentrum hinsichtlich der Ausfallsicherheit, insbesondere im Katastrophenfall, können Rechenzentren meist nicht beliebig räumlich erweitert werden.
Für eine effiziente Ausnutzung der vorhandenen Informationsinfrastruktur stehen heute Konzepte wie Virtual Hosting und Adaptive Computing zur logischen Trennung von Hard- und Software zur Verfügung. Die Umsetzung dieser Konzepte erlaubt eine Ablösung der ereignisgetriebenen Betriebsstrukturen. Hierzu sollen geeignete Verfahren der operativen Produktionsplanung und -steuerung adaptiert werden, um Ansätze für Betriebskonzepte aufzuzeigen.
Während im Rahmen des System-Landscape-Engineering der Aufbau der Informationsinfrastruktur betrachtet wird, ist es Aufgabe des Infrastrukturmanagements sich mit der Einführung neuer Hard- und Software, der Bereitstellung und Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie dem technischen Support von Rechenzentren zu beschäftigen.
Ziel der Dissertation ist es, ein Modell der Kapazitätswirtschaft in adaptiven und virtualisierten Rechenzentren zu entwickeln. Anhand dieses Modells soll es möglich sein, den zukünftigen Bedarf an IT-Dienstleistungen für eine definierte Periode zu ermitteln. Auf Basis dieser Prognose wird eine Kapazitätsplanung für die Informationsinfrastruktur durchgeführt. Es werden Verfahren für die Zuweisung von Anwendungen und Daten an bestimmte Hardwarekomponenten im laufenden Betrieb entwickelt.




